Einzelhandel
Marge im Modegeschäft: typische Spanne und Kalkulation
Wer im Bereich Modegeschäft kalkuliert, fragt sich früher oder später, ob die eigene Marge im üblichen Rahmen liegt. Die kurze Antwort: Die Brutto-Handelsspanne bewegt sich hier typischerweise zwischen 55 und 65 Prozent, die Netto-Umsatzrendite zwischen 3 und 8 Prozent. Diese Werte sind Orientierungsbereiche aus öffentlichen Quellen und betrieblicher Praxis, keine amtlichen Festwerte. Wichtiger als die Zahl ist das Verständnis, warum sie so liegt.
Warum die Marge im Modegeschäft so liegt
Mode kalkuliert mit hohen Anfangsaufschlägen, weil ein erheblicher Teil der Ware erst reduziert verkauft wird. Die erzielte Mischspanne liegt deshalb deutlich unter der Anfangsspanne.
Die wichtigsten Kostentreiber
Saisonale Abschriften und Schlussverkauf, Lagerrisiko, Miete in Innenstadtlage und Personal für Beratung.
Rechenbeispiel
Ein typischer Fall pro Kleidungsstück: Bei einem Einkauf von 18,00 Euro netto und einem Verkaufspreis von 49,95 Euro netto ergibt sich eine Rohmarge von 64 Prozent. Das ist die Spanne auf der Warenebene, bevor Personal, Miete und Energie abgezogen sind. Genau diese Differenz zwischen Rohmarge und Nettomarge ist im Modegeschäft entscheidend.
Orientierung statt Dogma: Vergleiche deine eigene Marge über die Zeit, nicht nur mit dem Branchenschnitt. Standort, Sortiment und Betriebsgröße verschieben die üblichen Werte teils erheblich.
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Häufige Fragen
Warum kalkulieren Modehändler mit so hohen Aufschlägen?
Weil ein Teil der Kollektion am Saisonende reduziert wird. Der hohe Anfangsaufschlag finanziert diese späteren Abschriften vor.
Was ist die Mischspanne im Modehandel?
Die durchschnittlich über alle Artikel erzielte Spanne nach Abzügen für Reduzierungen. Sie liegt klar unter der ausgewiesenen Anfangsspanne.
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