Handwerk
Marge im Tischlerei: typische Spanne und Kalkulation
Wer im Bereich Tischlerei kalkuliert, fragt sich früher oder später, ob die eigene Marge im üblichen Rahmen liegt. Die kurze Antwort: Die Brutto-Handelsspanne bewegt sich hier typischerweise zwischen 55 und 70 Prozent, die Netto-Umsatzrendite zwischen 4 und 12 Prozent. Diese Werte sind Orientierungsbereiche aus öffentlichen Quellen und betrieblicher Praxis, keine amtlichen Festwerte. Wichtiger als die Zahl ist das Verständnis, warum sie so liegt.
Warum die Marge im Tischlerei so liegt
Im Handwerk liegt die hohe Rohmarge auf der Arbeitsleistung, nicht auf dem Material. Personalintensität und Leerlauf zwischen Aufträgen drücken die Nettomarge stark.
Die wichtigsten Kostentreiber
Gesellenlöhne, Maschinen und Abschreibung, Werkstattmiete, Material und unbezahlte Angebots- und Fahrzeiten.
Rechenbeispiel
Ein typischer Fall pro Einbaumöbel: Bei einem Einkauf von 1.200,00 Euro netto und einem Verkaufspreis von 3.800,00 Euro netto ergibt sich eine Rohmarge von 68,4 Prozent. Das ist die Spanne auf der Warenebene, bevor Personal, Miete und Energie abgezogen sind. Genau diese Differenz zwischen Rohmarge und Nettomarge ist im Tischlerei entscheidend.
Orientierung statt Dogma: Vergleiche deine eigene Marge über die Zeit, nicht nur mit dem Branchenschnitt. Standort, Sortiment und Betriebsgröße verschieben die üblichen Werte teils erheblich.
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Häufige Fragen
Wo entsteht die Marge in der Tischlerei?
In der Arbeitszeit. Material wird mit moderatem Aufschlag weitergegeben, der Stundensatz trägt die Wertschöpfung.
Warum ist die Nettomarge dennoch begrenzt?
Gesellenlöhne, Maschinen und unproduktive Zeiten für Angebote und Fahrten zehren den hohen Rohertrag auf.
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